Zu Besuch im Tiergarten Schönbrunn

Heute möchte ich euch von meinem Ausflug zum ältesten Zoo der Welt erzählen, dem Tiergarten Schönbrunn in Wien. Keine 20 Gehminuten von Zuhause entfernt befindet sich der Park Schönbrunn mit seinem Tiergarten. Und da ich bei diesem Ausflug noch lange nicht alle Tiere gesehen habe, ist ein weiterer Besuch garantiert. Ich liebe ja Tiere, habe selbst Hund und Katz als Haustiere daheim. Bei diesem Thema beschäftigt einigen Besuchern dieses Blogs bestimmt diese eine Frage: Was haben Tiere in Zoos verloren? Diese Frage stellt sich mir nicht mehr, wenn ich durch diesen wunderschön angelegten Zoo gehe und mit den Mitarbeitern des Zoos ins Gespräch komme. 

Wenn man die weitläufigen Anlagen betrachtet, wenn man beobachtet mit welch Respekt und Liebe die Tierpfleger den Tieren teils gegenüberstehen, dann muss man fast sogar schon froh sein, dass manche Tiere sich in diesem Zoo befinden. In Zoos wie diesem werden bestimmte Tiere nicht wie in der freien Natur gejagt und teils wegen Trophäen, Habgier und Protzereien manch reicher Menschen qualvoll getötet. Ganz im Gegenteil. Der Tiergarten Schönbrunn beteiligt sich an internationalen Zuchtprogrammen für gefährdete Tierarten. Dabei führt er im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms seit 1992 das Zuchtbuch für den Afrikanischen Elefanten und seit 2014 für den Südlichen und den Nördlichen Felsenpinguin. 

Außerdem bringen die Sibirischen Tiger in Schönbrunn regelmäßig (zuletzt 2008) Jungtiere zur Welt. Andere bemerkenswerte Erfolge gab es bei den Fidschi-Leguanen, den Nashorn-Leguanen, den Ameisenbären, den Serauen, den Orang-Utans und den Afrikanischen Elefanten (Abu, Mongu und Tuluba). Im Jahr 2013 kam ein Elefantenjunges zur Welt, wobei die Mutter erstmals mit tiefgefrorenem Samen eines Wildbullen in Afrika befruchtet werden konnte. 

Der Elefant bekam nach einer Internetabstimmung dem Namen Iqhwa. Seit 1960 werden auch Eisbären gezüchtet. Zahlreiche Junge konnten bereits an andere Zoos weitergegeben werden – etwa an den Tiergarten Nürnberg oder den Zoologischen Garten Karlsruhe. Zuletzt kamen im Dezember 2007 die Zwillinge Arktos und Nanuq zur Welt, die 2010 in den Zoo Hannover übersiedelten. Erfolgreich ist auch das Zuchtprogramm der Waldrappe, einer europäischen Ibisart, die stark vom Aussterben bedroht ist. Im Mai 2010 gelang dem Tiergarten Schönbrunn die Welterstnachzucht der seltenen Batagur-Schildkröte. Im Tiergarten wird auch zoologische, historische und veterinärmedizinische Forschungsarbeit geleistet – vor allem in Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem Department für Evolutionsbiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien.

Seit 2003 ist der Tiergarten mit Hilfe von Sponsoren ein Partner Chinas beim Nachzuchtprogramm für Große Pandas. Am 23. August 2007 gelang dabei mit der Geburt eines Pandas ein außergewöhnlicher Erfolg. Yang Yang „Sonnenschein“ brachte das erste Pandababy Europas zur Welt, das auf natürlichem Wege und nicht durch künstliche Befruchtung gezeugt wurde. Vater ist der Pandabär Long Hui „Drachenzeichen“. Seit 1. November 2007 steht der Name des jungen Pandas fest: Fu Long („glücklicher Drache“) setzte sich bei der Abstimmung im Internet durch.

Ab Ende Jänner 2008 durften die Zoobesucher in den Innenbereich der Panda-Anlage, um Fu Long in natura zu beobachten. Ab 30. März war der junge Panda auch in der Außenanlage unterwegs. Am 18. November 2009 verließ er den Tiergarten Schönbrunn nach China, wo er in der Pandazucht- und Forschungsstation Bifengxia für Nachwuchs sorgen soll. 

Wie zu Beginn schon erwähnt, ist der Tiergarten Schönbrunn der älteste Zoo der Welt. Wie kommt es dazu? Franz Stephan von Lothringen, der 1745 als Franz I. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt worden war, beauftragte den ebenfalls aus Lothringen stammenden Architekten Jean Nicolas Jadot de Ville-Issey mit dem Entwurf für eine Menagerie im Park der neuen Habsburg-Lothringischen Sommerresidenz Schönbrunn. Im Sommer 1752 wurde diese nach etwa einjähriger Bauzeit mit Tieren besetzt und Besuchern vorgestellt. Der als Frühstücksraum und Salon konzipierte achteckige Pavillon im Zentrum der Anlage wurde erst 1759 fertiggestellt. Er stellt bis heute das historische Kernstück des Tiergartens dar. Seit 1949 wird er als Restaurant genutzt.

Nachdem 1770 der erste Elefant und 1781 mit Wölfen und Bären auch erstmals Raubtiere nach Schönbrunn gekommen waren, nahm unter dem Einfluss der Koalitionskriege und der damit verbundenen politischen, gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen die Bedeutung der Menagerie weiter zu. Um 1800 kamen die ersten Eisbären, Großkatzen, Hyänen und Kängurus sowie ein weiteres Paar Indischer Elefanten nach Schönbrunn. Die exotischen Tiere waren Publikumsmagneten – sie lockten Besucher aus Wien und seiner Umgebung, aber auch viele ausländische Gäste in die kaiserliche Menagerie. Zu jener Zeit war der Tiergarten bereits täglich zu besichtigen und die ersten ausführlicheren Beschreibungen und „Zooführer“ entstanden.

Heute kann sich der Zoo Schönbrunn mit vielen Auszeichnungen schmücken, so wurde er u.a. zum besten Zoo Europas gekürt. An die 2,5 Mio Besucher kommen jährlich zum Tiergarten. Der Tiergarten beherbergt 746 Tierarten mit insgesamt 8775 Tiere. Der Tiergarten trägt das tolle Motto: "Tiere sehen - Arten schützen". 

Heute befinden sich im Zoo die verschiedensten Anlagen. So kannst du die Eisbärenwelt, das Polarium, das Regenwaldhaus, die ORANG.erie,  das Aquarien- und Terrarienhaus, den Heimtierpark, das Wüstenhaus, den Tirolerhof, den Südamerika-Park, das Vogelhaus, das Rattenhaus, das Affenhaus, den Nashornpark, den Giraffenpark, das Ostafrikahaus u.v.m. besuchen. Bring viel Zeit mit!

Am besten erreichst du den Tiergarten Schönbrunn mit den Wiener Linien, mit der U-Bahn-Linie U4. Gönnst du dir zuvor einen schönen Spaziergang durch die Parkanlagen von Schönbrunn, dann verwende die Station Schönbrunn für deinen Ausflug. Am schnellsten erreichst du den Zoo jedoch ab der Station Hietzing (Ausgang Hietzinger Hauptstraße). Von Hietzing erreichst du in 5 Gehminuten den Eingang vom Tiergarten Schönbrunn.

Links: Tiergarten Schönbrunn | Schloss Schönbrunn (interner Link)

Fotos: Jürgen Baumelt

Texte: Jürgen Baumelt | Wikipedia

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