Mein Besuch bei Schloss Schönbrunn

Hallo und Danke dass du wieder meinen Blog besuchst. Heute erzähle ich euch von meinem Ausflug zum Schloss und Schlosspark Schönbrunn. Eigentlich berichte ich hier nur vom Besuch der imposanten Parkanlage und der Gloriette. Keine 20 Gehminuten von meiner Wohnung entfernt befindet sich Wiens meistbesuchte Sehenswürdigkeit, das Schloss Schönbrunn mit seiner riesigen Schlossanlage, dem Tiergarten, der Wagenburg, dem Palmenhaus und viele weiteren Sehenswürdigkeiten. 

Dass man hier immer wieder Brautpaare entdeckt (siehe Foto unten) welche ein romantisches Foto-Motiv für ihren schönsten Tag suchen, ist keine Seltenheit. Schönbrunn hat viele solche Plätze zu bieten. Schönbrunn ist das größte Schloss und eines der bedeutendsten und meistbesuchten Kulturgüter Österreichs. Das Schloss und der etwa 160 ha große Park sind seit 1996 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Eine Hauptattraktion im Schlosspark ist der älteste noch bestehende Zoo der Welt, der Tiergarten Schönbrunn (16 ha). Den Tiergarten haben wir schon besucht, einen Blog-Eintrag dazu folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Heute zählt Schloss Schönbrunn 1.441 Zimmer verschiedenster Größe. Ein Teil davon, der nicht zum Museum gehört, wird von der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. als Wohnung an Privatpersonen vermietet. Der Großteil des Schlosses fungiert jedoch als Museum, das 2014 rund 3 Millionen Besuche zählte. Der Park und seine Einrichtungen ziehen weitere rund 5 Millionen an, in Summe also etwa 8 Millionen Besuche pro Jahr. Das Areal ist eine der meistbesuchten Wiener Sehenswürdigkeiten; neben seiner touristischen Funktion ist auch seine Funktion als Naherholungsraum für die dicht verbauten Gebiete der angrenzenden Bezirke 12, 13, 14 und 15 wichtig.

Der an der Ostfassade des Schlosses gelegene Garten (siehe Foto oben) wird seit 1875 als Kronprinzengarten bezeichnet, da er direkt am ehemaligen Appartement von Kronprinz Rudolf lag. Bis 1918 war dies der Privatgarten der kaiserlichen Familie. Der von wildem Wein bewachsenen Laubengang wurde seit jeher zum Lustwandeln genutzt. Das Treillagewerk des hufeisenförmigen Laubenganges wurde bereits um 1770 durch eine Eisenkonstruktion ersetzt. Die im Gang eingefügten ursprünglichen fünf Treillagepavillons sind weiß-grün bemalte, kunstvoll geschnitzte Holzkonstruktionen, bekrönt durch eine bemalte Kuppel. Der fünfte und mittlere Pavillon in der Laubengangmitte wurde 1962 auf Grund von Bauarbeiten entfernt und 2002 von Embacher Wien mit einem modernen Aussichtspavillon ersetzt. Der neue Pavillon wurde aus gebürstetem Nirosta-Stahl mit Lochmuster der ursprünglichen Konstruktion nachempfunden erbaut. 

Das Foto oben entstand vom Neptunbrunnen, genauer gesagt vom hinteren Plateau des Neptunbrunnens. Dieser beeindruckende Neptunbrunnen steht am Fuß des Hanges, der mit überlebensgroßen Figuren das Parterre optisch abschließt und gleichzeitig den Übergang zum Hügel bildet. Nach vierjähriger Bauzeit konnte er noch kurz vor dem Tode Maria Theresias vollendet werden. Die dargestellte Meerfahrt des Neptun steht als Gleichnis für den Fürsten, der sein Land über die Fährnisse des Schicksals hinwegzulenken versteht.

Das Schloss und sein Park bilden ein untrennbares Ensemble. Zwar ist die Anlage bereits in Fischer von Erlachs Entwurf skizziert, doch geht die gartenarchitektonische Gestaltung auf Jean Trehet, einen Schüler Le Nôtres, zurück, der 1695 mit den Planungen begann und bis 1699 ständig in Schönbrunn beschäftigt war. Nachdem Maria Theresia 1742 das Schloss zur Sommerresidenz erkoren hatte, wurde das Parterre um 1750 auf die jetzige Größe erweitert. Um die Umgestaltung der Anlage kümmerte sich insbesondere Kaiser Franz I. Stephan, der 1752 den Tiergarten und 1753, auf dafür zugekauftem Grund, der westlich an das bisherige Areal anschloss, den Holländisch-Botanischen Garten einrichten ließ. 

Eine weitere Attraktion ist das Wüstenhaus, das 2004 im 1904 erbauten Sonnenuhrhaus präsentiert wurde. Das Gebäude wurde, ebenfalls im Auftrag von Kaiser Franz Joseph I. und nach Entwürfen von Alfons Custodis, errichtet, um die „Neuholländer-Sammlung“ unterzubringen, die neben den Pflanzen aus Australien, die der Sammlung den Namen gegeben hatten, inzwischen um Exemplare aus Südafrika sowie Süd- und Nordamerika angewachsen war. Auch wurde es als Überwinterungshaus genutzt. Nach der Generalsanierung wurde 2004 in diesem Objekt das Wüstenhaus eröffnet, ein Gemeinschaftsprojekt von Bundesgärten und Tiergartenverwaltung, Gegenstück zum 2002 geschaffenen Regenwaldhaus des benachbarten Tiergartens: Neben den Sukkulenten werden Vögel, Reptilien und Kleintiere aus Wüstengebieten vorgestellt.

Zentrum des Parks bildet das Große Parterre (siehe Foto oben), das sich seit etwa 1780 an der Hauptachse der Anlage bis zum Gloriette-Hügel erstreckt (es hatte um 1750 bloß die halbe Größe, und etliche spätere Ideen konnten nicht umgesetzt werden. Insbesondere ein Entwurf von etwa 1770, der vier große Springbrunnen vorsah, war mangels Wassers nicht realisierbar). Die 32 Skulpturen (siehe Foto unten), die am Rand des „großen Parterre“ aufgestellt wurden, entstanden, wie auch die übrigen Figuren im Park, großteils im Atelier von Johann Christian Wilhelm Beyer und nach seinem Konzept; sie stellen Gestalten aus der griechisch-römischen Mythologie oder deren Geschichte dar.

Die Gloriette wurde 1775 am Hügel über dem Neptunbrunnen errichtet. Sie erinnert an die Schlacht von Kolin am 18. Juni 1757, wo im Siebenjährigen Krieg der Vormarsch des preußischen Königs Friedrich II. auf Wien gestoppt wurde. Von der Gloriette hat man einen wunderschönen Blick über einen Teil der Stadt Wien (siehe Foto unten). 

Die Gloriette wurde im Jahr 1775 als letzte Baulichkeit des Gartens nach Plänen von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg als „Ruhmes-Tempel“, zugleich Hauptblickfang (Point de vue) des Gartens und auf 241 m ü. A. Aussichtspunkt über denselben erbaut. Die Galerie und die Säulen sind aus hartem, weißem Kaiserstein gefertigt und wurden bei der Gloriette ebenso wiederverwendet wie die Stierköpfe und andere Teile. Diese Säulen und „anderes großes Steinwerk“ wurde von der Arbeitsgemeinschaft der Steinmetzmeister Bartholomäus Pethan und Antonius Pozzo und ihren Leuten im Kayserlichen Steinbruch am Leithaberg bearbeitet. 

Die Gloriette diente später als Speise- und Festsaal sowie als Frühstückszimmer für Kaiser Franz Joseph I. Der Speisesaal wurde bis zum Ende der Monarchie benutzt, heute befindet sich ein Café darin; auf dem Dach ist eine Aussichtsplattform mit Blick über Wien. Der Skulpturenschmuck stammt von Johann Baptist Hagenauer. Die Gloriette wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer schwer beschädigt, jedoch bereits 1947 wiederhergestellt. 1995 wurde sie erneut restauriert.

Von 1790 bis 1910 waren die drei mittleren Bögen der Gloriette verglast. Danach war die Gloriette ohne Verglasung und deshalb ein offener Raum. Nach einer Debatte, in der vor allem von Architektenseite „zeitgemäße“ Gestaltung reklamiert wurde, wurde im Laufe der Restaurierung in den 1990er Jahren eine Verglasung im historischen Stil (siehe Foto oben) basierend auf alten Fotografien eingebaut und ab April 1996 das Café Gloriette dort eingerichtet.

Die kleine Gloriette (siehe Foto unten) befindet sich mitten am bewaldeten Berghang und in der Nähe des heutigen Maria-Theresien-Tores. Der Bau wurde vermutlich um 1775 von Isidor Canevale als Aussichtspavillon errichtet. Er ist turmartig und hat zwei Stockwerke mit Balkonen. Der Grundriss besteht aus einem regelmäßigen Achteck mit einem angebauten Treppenhaus. Das Dach bildet eine relativ flache Kuppel aus Kupfer. Die äußere Farbgebung der Gloriette orientiert sich nach dem Schloss: mit der Fassade im Schönbrunner Gelb und den Fensterläden in Grün. Der Innenraum ist mit einer Trompe-l’œil-Architekturmalerei im Stil des Rokoko ausgestattet, die sich im Obergeschoss durch eine Brüstung in einen gemalten Himmel öffnet. Das Gebäude ist in der Regel geschlossen, jedoch bei Anlässen wie dem Tag des Denkmals gelegentlich für die Öffentlichkeit zugänglich.

In den Jahren 2004 bis 2007 wurde im Park das Konzert für Europa veranstaltet, in dem die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von prominenten Musikern spielten. 2004 dirigierte Bobby McFerrin, das Konzert war auch ein musikalischer Willkommensgruß Österreichs an die in diesem Jahr neu hinzugekommenen EU-Länder. 2005 stand Zubin Mehta am Pult, und 2006 zelebrierten die Philharmoniker unter Plácido Domingo musikalisch den österreichischen EU-Ratsvorsitz. 

Im Mai 2007 leitete der russische Dirigent Valéry Gergiev vom Mariinski-Theater in Sankt Petersburg die Wiener Philharmoniker vor der Kulisse des Barockschlosses. Neben den insgesamt 140.000 Besuchern im Park von Schönbrunn hatten viele Millionen Zuschauer die Gelegenheit, das Konzert vor den Bildschirmen zu verfolgen. Seit 2008 spielen die Wiener Philharmoniker jeweils Anfang Juni bei freiem Eintritt ihr Sommernachtskonzert im Schlosspark.

Am einfachsten erreichst du das Schloss Schönbrunn mit den Wiener Linien (U4 - Station Schönbrunn). In absehbarer Zeit findest du im Blog Berichte von meinen Besuchen im Tiergarten, der Wagenburg und von den Räumlichkeiten des Schlosses.

Links: Schloss Schönbrunn

Fotos: Jürgen Baumelt

Texte: Jürgen Baumelt | Wikipedia

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